
Landesinfo
Die Republik Belarus (RB) liegt im östlichen Teil des europäischen Kontinents, grenzt im Norden und Osten an Russland, im Südosten an die Ukraine, im Westen an Polen und im Nordwesten an Litauen und Lettland. Die Hauptstadt ist Minsk, die sich in der Mitte des Landes befindet und über 1,7 Mio. Einwohner zählt. Die Staatsfläche beträgt 207.600 km2, Nord-Süd-Erstreckung - 560 km, Ost-West-Ausdehnung - 650km, Entfernung Minsk-Berlin - 1060 km oder Minsk-Bonn - 1700 km. Belarus hat eine große Bedeutung im Transithandel und -verkehr. Hauptverkehrsträger ist die Eisenbahn mit dem Hauptumschlagplatz Brest. Die Binnenschiffahrt wird auf den Flüssen Dnepr, Prypjat, Beresina und auf dem Dnepr/Bug-Kanal betrieben. Das Klima ist mäßig kontinental, mit milden und feuchten Wintern und mäßig warmen Sommern. Im Allgemeinen ist das Klima für die Landwirtschaft günstig.
In der RB leben 9,5 Mio. Menschen. Die Bevölkerung ist verhältnismäßig (im Vergleich zu den anderen GUS-Ländern) homogen: ca. 81,2 % machen die Belarussen aus, 11,4 % Russen, 3,9 % Polen, 2,4 % Ukrainer. 75 % leben in Städten, 25 % auf dem Lande. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 46 Personen pro km². Größte Städte sind neben Minsk: Gomel 517 Tsd. Einwohner (E.), Witebsk 373 Tsd. E., Mogiljow 364 Tsd. E., Grodno 291 Tsd. E., Brest 284 Tsd. E. und Bobrujsk 224 Tsd. E. Internationale Luftverkehrsverbindungen bestehen über den Flughafen Minsk - 2 (40 kmvon der Hauptstadt entfernt). Die Flughäfen Minsk - 1 und in den Gebietszentren werden nur für den Inlandsverkehr genutzt.
Am 27.7.1990 wurde durch den Obersten Sowjet des Landes (Parlament) die Souveränität und am 25.8.1991 die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit der RB erklärt. Mit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion wurde Belarus am 8.12.1991 Gründungsmitglied der GUS. Belarus ist seit 1945 UNO-Mitglied.
Gemäß der Verfassung der Republik Belarus vom 1994 mit Änderungen und Ergänzungen vom 24.11.1996 ist das Staatsoberhaupt Präsident, der vom Volk direkt gewählt wird. Seit 1994 amtiert Herr A. G. Lukaschenko, der im März 2006 wiedergewählt wurde. Unter seiner Führung betreibt die RB eine wirtschaftliche Annäherung zu Russland und über Russland zu anderen GUS-Staaten.
Am 02.04.1996 wurde das Abkommen über die Gründung einer Gemeinschaft Souveräner Staaten zwischen der RB und RF unterzeichnet, mit dem Ziel, eine gemeinsame Außen-, Verteidigungs- und Währungspolitik zu betreiben. Ende 1999 wurde der Vertrag über die Gründung eines Unionsstaates «Belarus - Russland» verabschiedet. Gemeinsam mit Russland, der Ukraine und Kasachstan hat die Republik Belarus 2003 einen Vertrag über die Schaffung des einheitlichen Wirtschaftsraumes unterzeichnet.
Das Parlament - die Nationalversammlung - ist ein repräsentatives und gesetzgebendes Gremium der Republik Belarus. Es besteht aus 2 Kammern - der Repräsentantenkammer und dem Rat der Republik. Die Repräsentantenkammer besteht aus 110 Abgeordneten. Die Wahl erfolgt gemäß der Gesetzgebung aufgrund eines allgemeinen freien direkten Wahlrechts bei geheimer Stimmabgabe. Der Rat der Republik ist eine Kammer territorieller Vertretung. Von 6 Gebieten der Republik und von der Stadt Minsk werden jeweils 8 Ratsmitglieder während der Sitzungen entsprechender Räte der Abgeordneten gewählt. Weitere 8 Mitglieder des Rates der Republik werden durch den Präsidenten ernannt.
Das zentrale Organ der Staatsverwaltung ist der Ministerrat, der in seiner Tätigkeit dem Präsidenten der Republik Belarus gegenüber rechenschaftspflichtig und dem Parlament gegenüber verantwortungspflichtig ist.
Administrativ ist die RB in 6 Gebiete mit den Verwaltungszentren in Minsk, Gomel, Witebsk, Mogiljow, Grodno und Brest gegliedert. In der RB gilt das metrische System. Landessprachen sind belorussisch und russisch. Geschäftssprachen sind russisch, englisch, deutsch.
Für die RB besteht ein dringendes Problem für die künftige freie wirtschaftliche Entwicklung in der beschleunigten Beseitigung der Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (ca. ein Fünftel des Territoriums RB ist radioaktiv verseucht; das Land hat ca. 70 % aller Schäden des größten anzunehmenden Unfalls / GAU zu tragen).
Am 9.10.2001 trat der neue Investitionskodex in Kraft mit dem Ziel der Verbesserung des Investitionsklimas. Alle Wirtschaftsbereiche außer Verteidigung und Sicherheit des Staates sind für Auslandsinvestitionen offen. Ausländische Investoren können die Grundstücke bis 99 Jahre pachten. Grund- und Bodenerwerb ist nur für die in der RB ansässigen Firmen möglich, auch mit ausländischer Beteiligung auf Beschluss des Präsidenten der RB. In der RB funktionieren ein High-Tech-Park und 6 FW-Zonen, die günstigere Rahmenbedingungen anbieten: Brest, Gomel-Raton, Grodno-Invest, Minsk, Mogilew, Witebsk.
Deutschland ist nach den Niederlande der zweitwichtigste Handelspartner der RB im Westen. In den letzten Jahren machten die Fertigwaren über 70 % in der Handelsstruktur aus. Bei den deutschen Ausfuhren hatten den größten Anteil Maschinen und Ausrüstungen, Transportmittel, chemische Produkte und Kunststoffe. Bei den deutschen Einfuhren aus der RB dominierten Mineralprodukte, Textilien, Holzwaren, Erzeugnisse aus Nichtedelmetallen, Geräte und Apparate für Optik und Medizin. Zwischen der BRD und der RB gilt der Vertrag über die Förderung und gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen vom 02.04.1993. Laut Angaben des Nationales Statistischen Komitees der Republik Belarus haben in der Republik Belarus mehr als 430 Unternehmen mit der deutschen Beteiligung (darunter ca. 350 JVs und 80 AUs) ihre Tätigkeit aufgenommen. Der Anteil der deutschen Investoren am erklärten Stammkapital betrug US$ 73,7 Mio. (Stand: den 01.01.2006). Die Stadt Minsk Bevölkerung: 1,8 Mio. Die belarussische Hauptstadt Minsk wurde 1067 als Menesk erstmalig in einer Chronik erwähnt. Am Zusammenfluss von Swislatsch und Njamiga gelegen war die Stadt seit dem Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee sowie den westeuropäischen Städten und den östlichen russischen Fürstentümern. Im 12. Jahrhundert war die Stadt Zentrum des Fürstentums Polozk, einem Bestandteil des Kiewer Rus. Im 14. Jahrhundert war das Territorium der gegenwärtigen Republik Belarus inkl. Minsk unter der Vorherrschaft litauischer Fürsten und ab Mitte 16. Jahrhunderts zum Königreich Polen gehörig. Ende des 18. Jahrhunderts wurde Belarus an Russland angegliedert. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt Minsk zu 90 v.H. zerstört, darunter 5.975 Gebäude, fast alle Betriebe, das Kraftwerk, die Wasserleitungen und das Telegraphenamt.
Heute ist Minsk das politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum der Republik Belarus, deren Hauptstadt und zugleich Gebietshauptstadt. Die Gesamtfläche beträgt etwa 200 km2, die Einwohnerzahl ca. 1,8 Millionen. Das heutige Stadtbild ist geprägt durch gerade und breite Straßen, die in den Jahren des Wiederaufbaus angelegt und gebaut wurden. In den letzten Jahren sind neue Stadtbezirke gebaut worden, dafür noch ältere und architektonisch interessante Gebäude, vor allem in der Troijtsker Vorstadt, restauriert worden. Minsk ist reich an Parkanlagen. Derzeit besitzt die Stadt zwei Metrolinien. Bedeutende Unternehmen, u.a. aus Fahrzeug- und Werkzeugmaschinenbau, Elektroindustrie, Nahrungsmittel-, Leicht- und Textilindustrie haben hier ihren Sitz. In Minsk befinden sich auch die Nationale Akademie der Wissenschaften der Republik Belarus und verschiedene Forschungsinstitute, Universitäten, Polytechnische Akademie, Konservatorium und mehrere weitere Hochschulen. Minsk beheimatet eine Nationalbibliothek, ein Opernhaus, viele Museen und Theater.
Weitere Informationen finden Sie auch auf den Web-Seiten:
www.ahk.de (Belarus)
www.ixpos.de (Länder und Branchen)
www.president.gov.by
www.belarustourism.by
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